Migräne: was mir bei Anfällen hilft und was nicht

Problemthema Migräne. Alle, die mir schon etwas länger folgen, wissen, dass ich sehr auf meine Gesundheit achte. Nur hab ich da ein kleines Problem, welches ich bis jetzt nicht beseitigen konnte.

MIGRÄNEATTACKEN.

In der Medizin auch Hemialgie genannt (= griechisch/neulateinisch für Schmerz auf einer Körperseite)

Seit sechs Jahren kämpfe ich nun schon damit und habe noch nichts gefunden, was diese Anfälle besser macht. Im Gegenteil: Wenn ich spüre, dass es losgeht, ist es meist schon zu spät. Für all jene unter ich, die auch Migräne haben, wissen, wovon ich spreche. Das ist unaufhaltbar. Vor allem aber ist es nicht „einfach bloß Kopfweh“.


Sätze, die kein Migräne-Patient hören will

Sätze, die kein Migräne-Patient hören will

Es gibt einige Phrasen, die ich echt schon nicht mehr hören kann, wenn mal wieder so ein Anfall kommt oder war:

  • „Och, so schlimm kann das Kopfweh doch nicht sein.“ – Stimmt. Weil es kein Kopfweh ist, sondern Migräne.
  • „Ich hab auch manchmal Kopfweh und bleib deshalb nicht gleich zuhause.“ – Ganz genau, du hast KOPFWEH. Hättest du Migräne, würdest du vermutlich weinend unters Bett kriechen.
  • „Nimm halt eine Tablette.“ – Hach einer meiner Lieblingssprüche. Ganz ehrlich: Wenn ich jedes Mal Tabletten reinschmeißen würde, wäre ich vermutlich schon süchtig.
  • „Leg dir doch was Kühles auf den Kopf.“ – Echt, sollte ich? Auf die Idee bin ich ja noch gar nie gekommen. *sarcasmoff*
  • „Du musst einfach mal einen Gang runterschalten, dann hört das bestimmt auf.“ – Hab ich, hat nicht geholfen. Außerdem ist Migräne ein neurologisches Phänomen und hat gar nicht nur mit Stress zu tun. Das nur am Rande.

Ihr seht, das Thema wird nicht unbedingt gesellschaftlich akzeptiert. Ich hatte fast alles in Verdacht, was meine Migräne auslösen könnte und viel ausprobiert, aber sie kam immer wieder.


Das Migräne Tagebuch

2019 habe ich damit begonnen, mir zu notieren, wann die Anfälle auftreten und wie lange. Da ich ein kleiner Freak bin und alles, wirklich alles notiere, konnte ich so Ende des Jahres eine gute Analyse tätigen, die Folgendes ergab: Tatsächlich hatte ich meistens an Wochenenden Anfälle. Oft auch nach einer Arbeitswoche mit vielen Businessreisen (doch der Stress?), nach Fleischkonsum, nach Alkoholkonsum, vor und nach meiner Menstruation und während des Eisprungs.

Wer das gerade ein bisschen hochrechnet, sieht, dass ich ziemlich oft Migräne habe 😀 Häufig dreimal monatlich.

Ich habe Fleisch und Alkohol aufgegeben (aber nicht nur aus dem Grund, sondern weil ich es auch einfach nicht mag), mache täglich Entspannungsyoga (Yin Yoga) und versuche, meine Ressourcen nicht überzustrapazieren. Aber alles half nur mäßig.


Was mir nicht gegen Hemialgie hilft

Was mir nicht gegen Hemialgie hilft

Durch meine jahrelange Pein mit der Migräne kann ich euch eine Auflistung machen, was so half und was eben nicht. Bitte beachtet aber, dass das individuell ist und bei jedem Migränepatienten hilft bestimmt etwas anderes. Ich teile hier nur meine Erfahrungen in der Hoffnung, dass sie anderen Migräneleidenden vielleicht helfen.

Tabletten

Dazu will ich gleich etwas ganz Wichtiges sagen: Die sind definitiv am wenigsten eine Lösung! Die ersten paar Jahre habe ich mich strikt geweigert, Tabletten gegen Migräne zu schlucken, da ich eigentlich gar nichts nehme und zwar nie. Zudem wusste ich, dass die sogenannten Painkiller nur die Schmerzen unterdrücken, also quasi betäuben. Sie packen das Problem weder an der Wurzel noch bringen sie langfristig etwas. Im Gegenteil! Je mehr ich von den Biestern geschluckt habe, desto öfter bekam ich Migräne! Ein Dok hatte mir sogar bestätigt, dass das passieren kann und mir von der regelmäßigen Einnahme von Schmerzmitteln dringendst abgeraten.

Übrigens halfen ganz viele Tabletten gar nicht. Thomapyrin zum Beispiel hab ich kein bisschen gespürt, detto Aspirin (da steht übrigens sogar in der Verpackungsbeilage, dass sie Migräne hervorrufen können lol). Aspirin Komplex half manchmal, Ibuprofen eigentlich immer. Ihr seht, ich habe einiges durchprobiert und das, obwohl ich eigentlich eher Team Alternativmedizin bin.

Schafgarbentee

„Trink Schafgarbentee“, hat’s geheißen. Hab ich brav gekauft, nur zwei Minuten ziehen lassen – wie empfohlen – und schlückchenweise heiß getrunken. Hat bei mir nix gebracht. Aber ich mag den Tee trotzdem. Ich habe unter anderem den hier zuhause.

Yoga

Yoga mache ich wirklich gern, aber meine Migräne hat es bislang leider nicht gestoppt. Es hilft zwar, mich zu entspannen und macht es nicht schlimmer – besser aber leider auch nicht. Trotzdem mache ich es täglich, weil es mir einfach so gut tut und mich agiler macht 🙂

Tigerbalsam/Pfefferminzöl/Teebaumöl/Diana mit Menthol

Ja klar kühlt das alles den Kopf. Aber das war es auch schon. Außerdem werden die ganzen Öle auf der Haut aufgetragen und kühlen folglich die. Der Migränekopfschmerz kommt aber vom Hirn viel weiter drinnen und den spürt man immer noch. Am besten von den oben genannten „Kühlern“ hilft übrigens der Diana mit Menthol Balsam.

Kalte Umschläge

Gleiches Thema: Hilft nur „außerhalb“ und immerhin fühlt man sich damit nicht, als würde der Kopf gleich vor Hitze explodieren. Kann man also als die Umstände mildernd gelten lassen. Tipp: kalter Umschlag mit Pfefferminzöl beträufeln 😉

Heilmassagen

Nice to have, aber ganz ehrlich Leute: So lange es keine Hirnentspannungsmassage gibt, wird das wohl auch nicht der Anti-Migräne-Durchbruch werden. Ich habe die ersten 3 Jahre Heilmassagen verschrieben bekommen und die waren auch wirklich sehr entspannend. Migräne hatte ich aber trotzdem.

Espresso mit Zitrone

Schmeckt widerlich und hilft mir leider gar nicht.


Was mir bei Migräne vorbeugend hilft

Fleischverzicht

Durch meine Migräneanalyse bin ich dahinter gekommen, dass ich nach jedem Fleischkonsum einen Anfall hatte. Offenbar ist Fleisch eine Art Trigger, den ich seitdem vermeide. ALLERDINGS bin ich nun seit November Vegetarierin, hab aber trotzdem noch Anfälle. Das heißt also: Fleischverzicht stoppt die Migräne nicht, Fleischkonsum jedoch löst sie aus. Dennoch bleibe ich Vegetarierin.

Alkoholverzicht

Genau dasselbe wie beim Fleisch, nur in schlimmeren Ausmaßen. Bei mir reichen schon 2 Gläschen Sekt und ich liege 3 Tage flach.


Was mir bei Migräne hilft

Was mir bei Migräne hilft

Bäume umarmen

Ihr könnt mich auslachen, I don’t care. Denn Bäume umarmen hilft! Bei Migräne (im Anfangsstadium gleich) gehe ich in den Wald und umarme einen großen, dicken Baum. Und das lange. So um die fünfzehn Minuten umarme ich den Baum und stelle mir dabei vor, wie ich ihm meine Hitze im Kopf abgebe und er mir seine grüne, heilende Energie schenkt, die mich heilt. Ich stelle mir den Energiefluss dabei ganz genau vor und lasse mich voll und ganz auf die Situation ein. Dass mich die vorbeigehenden Leute dabei ziemlich verwirrt anstarren, ist mir in diesem Moment komplett egal. Es geht schließlich um meine Gesundheit. Versucht es mal und sagt mir, ob es bei euch auch hilft!
Ach ja, HIER gibt’s sogar eine Anleitung dazu 😉

Chakrenreinigung

Jaaaaa, ich habe fast alles probiert 😉 Und jaaaaa, das half mir zumindest mental, da ich mich einfach „gereinigt“ gefühlt und mich mit meinem Energiekörper auseinandergesetzt habe. Die Migräne komplett beseitigt hat es zwar bisher noch nicht, doch zumindest fühle ich mich dadurch super 🙂

Kalt duschen

Wirklich eiskalt übrigens. Das hilft meinem Körper, sich zumindest „gekühlt“ zu fühlen und für die paar Minuten in der Dusche ist die Migräne besser. Allerdings schlägt sie voll zurück, sobald ich wieder abgetrocknet und angezogen bin. Hilft also wirklich nur temporär.

Abgedunkelte Räume & Ruhe

Da Migränepatienten immer licht- und lärmempfindlich sind (das ist der milde Ausdruck dafür, eigentlich sterbe ich fast, wenn es hell oder laut ist), hilft es logischerweise, in einem stockdunklen, ruhigen Raum zu liegen. Keine Musik, keine Handydisplays, keine Menschen, keine Interaktion, nichts. Abgeschottet dahinvegetieren macht es zwar nicht besser, aber schützt die Mitmenschen vor aggressiven Beschimpfungen 😀 #oops


Was ich noch versuchen will

Migränepiercing

Auf Instagram haben mir das viele von euch empfohlen, ich hab mich bis jetzt allerdings noch nicht getraut es umzusetzen: Die Rede ist vom sogenannten Migränepiercing, welches sich in der Ohrmuschel befindet. Vielen hat das offenbar geholfen, darum will ich es mir auch stechen lassen. Allerdings hab ich super viel Angst vor Piercern 😀 (und ja, ich habe 5 Tattoos, aber das ist etwas anderes) Wenn ich über meinen Schatten gesprungen bin, werde ich euch berichten, ob es positive oder keine Auswirkungen auf die Migräne hat.

Verhütungsmittel-Wechsel

Ich war auch bei meiner Frauenärztin und die meinte, der Auslöser für die Migräneanfälle KÖNNTE vom Verhütungsmittel herrühren (Was einfach nur krass wäre). Darum werde ich bald mal switchen und sehen, was passiert. Denn eines muss ich schon sagen: Die Migräne startete vor 6 Jahren und genau da hab ich damals mein Verhütungsmittel gewechselt. Zufall?


Fazit zum Thema Migräne:

Ich kämpfe nun schon seit 6 Jahren mit Migräne und habe schon einiges ausprobiert, wie ihr sehen konntet. Ich esse kein Fleisch mehr, trinke keinen Alkohol mehr, mache mehrmals wöchentlich Yoga und reinige mich regelmäßig energetisch, dennoch bringt mich die Migräne mehrmals im Monat zum Erliegen.

Leider hab ich noch kein ultimatives Heilmittel gefunden und vermutlich wäre es ohnehin für jeden Menschen ein anderes, schließlich sind Gehirne mega komplex und individuelle Biester 😀 Darum wird ja auch in Sachen Migräne geforscht, was das Zeug hält und dennoch gibt es kein Heilmittel dafür (nur Symptom-Unterdrücker wie Tabletten, siehe erster Absatz).

Mir für meinen Teil hilft es, Bäume zu umarmen, Chakren zu reinigen, kalt zu duschen und in abgedunkelten Räumen ohne Geräuschkulisse zu liegen und die Migräne auszusitzen. Tabletten nehme ich keine mehr, da sich meine Anfälle doch tatsächlich seit der erhöhten Einnahme von Schmerzmitteln erhöht haben (!).

Ich hoffe, ihr könnt einige Tipps bei euch anwenden und dass sie euch helfen. Leider kann ich euch kein Heilmittel präsentieren (aber vermutlich habt ihr das auch nicht erwartet :-D), sondern lediglich meine Erfahrungen mit euch teilen in der Hoffnung, dass jenen von euch, die auch unter Migräne leiden, vielleicht damit geholfen ist. 🙂


Bitte teilt auch eure Erfahrungen und kommentiert unter diesem Artikel, was bei euch hilft 🙂
Gemeinsam können wir uns bestimmt das Leben erleichtern, wenn wir ein paar Erfahrungen austauschen.

In diesem Sinne alles Liebe,
xx Sara

2 Kommentare

  1. Jana
    9. März 2020 / 15:36

    Hallo Sara,

    ich kann dich zu 100% verstehen!
    Mir ging es jahrelang (7!) genau gleich .. HORROR!

    Bis zu dem Zeitpunkt wo ich mich strikt gegen eine hormonelle Verhütung entschieden habe – dies jedoch aus mehreren Gründen und begonnen habe CBD Tropfen prophylaktisch täglich einzunehmen und an den Tagen wo ich wusste, jetzt könnte es wieder kommen habe ich einfach die Dosis erhöht.
    Im Moment geht’s mir wirklich super und ich habe wirklich “nur“ noch Kopfschmerzen – wenn überhaupt!

    Liebe Grüße und Alles Liebe
    Jana

    • LaSaraLeona
      Autor
      9. März 2020 / 21:32

      Liebe Jana,

      danke für deine Antwort und auch deinen Tipp! Den werde ich dann auch noch ausprobieren 🙂 Wenn es bei mir auch hilft, DANKE ich dir schon einmal von Herzen!

      Alles Liebe
      Sara

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